четвъртък, 1 декември 2016 г.

Das heimliche Glück

Diesen Morgen bekam ich ein Buch in die Hände, dessen Titel ich nicht verraten werde. Es war neu, zugleich kam aber sein Atem von weit her und der berauschte mich wie ein Wein. Das Buch erzählte vom Glück. Wie seltsam, dachte ich mir. In den letzten Tagen werde ich oft gefragt, wie ich zurecht komme. Und in der Tat – wie? Mit drei Stunden Schlaf und dem Alltag einer Mutter von zwei hintereinander geborenen Babys – also, ich kriege das perfekt hin und kann mich mindestens so genial schätzen, wie der Lieblingswissenschaftler meines Sohnes, Tesla. Eigentlich besteht meine Perfektion aus nur einer Sache – konsequentem Handeln. Seine Ziele zu verfolgen und jeden Morgen aufzuwachen, nur weil dein Glück schon wach ist und nach dir schreit, um ihm sein Frühstück zuzubereiten. Und ich habe es begriffen. Die Leute verstecken ihr Glück, damit sie ihm niemand wegnimmt. Unter Bergen von Arbeit vergraben, verstecken sie ihren heimlichen Augenblick, wenn sie – für kurze Zeit mit sich selbst allein geblieben – einen duftenden Kaffee genießen können, ohne… nichts zu tun. Sie sind einfach da und genießen es. Andere wetteifern im Leben mit was und wem weiß ich. Und wir denken, sie werden glücklich sein, wenn sie ihre Ziele erreicht haben. Aber sie verheimlichen uns, dass sie bereits glücklich sind, weil sie das machen, was sie wollen. Den Berg zu erklimmen ist kein Glück. Es ist eine Frage: „Und wohin jetzt?“ Es sind Ferien. Wir haben diese Ferien den Museen in Berlin gewidmet. Mein Sohn hat mit seinem Vater so viele abgeklappert, wie er konnte. Und eines Tages, als er vor Glück außer Atem war, ertappte ich ihn dabei, wie er mir etwas verheimlicht. Verheimlichst du mir dein Glück, mein Sohn? Ein Tagebuch, Mama. Mir stockte der Atem. Seit so langer Zeit träumte ich davon, meinem Sohn ein Tagebuch zu kaufen und ihn mit meiner Lust zum Schreiben anzustecken, so wie ich ihm die Leselust weitergegeben hatte. Jetzt war es ohne mein Tun passiert. Mein Sohn hatte das Glück ohne mich entdeckt. Gott sei Dank. Es war der Tag für das Anne-Frank-Haus. Er hatte die Geschichte gelesen, den Film gesehen. Jetzt wollte er schnell das weiße Blatt voll schreiben. Johanns Tagebuch. Es war Zeit, meine Neugier wie einen alten Mantel an den Nagel zu hängen. Aus dem Zimmer zu gehen und nach meinem eigenen heimlichen Glück zu suchen. Heute morgen hat mich das große neue Buch daran erinnert, dass die Kraft des Glücks darin besteht, mit Freude das zu tun, was man gerne mag. Aber wie kann man voller Freude sein, wenn man nicht ausgeschlafen hat oder die Kinder krank sind oder man die Termine nicht einhalten kann oder… Na gut, man hat einen Fehler gemacht, man hat nicht ausgeschlafen, aber man spürt es und atmet es in vollen Zügen – das eigene heimliche Glück. Und deshalb wird alles in Ordnung sein. Ich werde dich nicht verstehen, werde es aber deinen Augen ablesen und mich lautlos entfernen. Weil es dein gutes Recht ist. Glücklich zu sein.

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