вторник, 15 март 2016 г.

Aus dem Buch Das Reich der Verheißung-Geschichte für Jungen

Aus dem Buch Das Reich der Verheißung-Geschichte für Jungen von Valetina Stein Eines Tages, als er gerade am Ufer auf einem Felsen saß und seine traurige Musik spielte, ging Tiruri zu ihm. Sie wusste, dass er nicht nur einfach so spielte, sondern auch suchte. Deshalb fragte sie: - Was suchst du, Ritter? – und sie warf ihre schönen Haare zurück. - Ich suche den Laut. - Was? – die Prinzessin verstand nicht. - Ich suche jenen Laut, der die Leute glücklich macht. - Und wozu brauchst du diesen Laut? – fragte sie staunend. - Oh, ich spiele eine herrliche Musik, aber sie ist so traurig, dass sie jedermann traurig macht, der sie hört – hier schwieg Sir Rayan kurz. Und nach einer Weile seufzte er leise und setzte fort: - Und ich möchte so sehr, dass die Leute glücklich werden, wenn ich spiele. Deswegen … suche ich diesen Laut. - Sicher findest du ihn – sagte Tiruri – wenn du oft genug herkommst und ihn weitersuchst. - Weißt du? – der Ritter schaute sie aufmerksam an. – Ich glaube, dass er mich auch sucht. - Wer? - Der Laut. - Oh …! - Und wenn wir uns beide so nachdrücklich und eindringlich suchen, so finden wir uns zweifelsohne auch. - Du bist ein gläubiger Mensch – stellte Tiruri weise fest. - Ich bin ein wütender Krieger. Ein Minnesänger – sagte er stolz und legte seine Lippen auf die Flöte. Aus ihr kam ein starker und gedehnter Ton, der Tiruri vor Trauer verkrampfen ließ. Tränen traten in ihre Augen. - Mögest du bald den Laut finden, den du suchst – sagte sie und entfernte sich schnell. Sir Rayan blieb da, unter den Felsen am Meer. Alleine, wie ein emporragender Felsen gegen die Wellen. Ein Felsen unter den Felsen. Aber einige Felsen sind zu weich für ein kräftiges Gewässer. Jedes Mal, wenn eine Welle sich tobend erhob, ihn zu überfluten, besänftigte die Musik, die sich aus ihm ergoss, die Welle und sie ließ zart werden – wie ein Mädchen in die Arme des Geliebten fällt, so floss die Welle dann leise an dem Felsen namens Rayan herab. Offensichtlich konnte die Kraft, die er besaß, jede Naturgewalt bändigen. In der Vollmondnacht, in der Nacht der Flut konnte man sehen, wie der Himmel und das Meer wie zwei gewaltige Riesen miteinander rauften. Und es erhob sich irgendwo unter ihnen ein Leuchtturm, von dem Musik erklang. Sie wand sich um die Ringenden wie ein Schal. Dann konnte man sehen, wie sich das Meer und der Himmel wie zwei Brüder umarmten und ein jeder von ihnen in seine Richtung aufbrach. Und da, wo es zuvor Wunden vom Kampf gab, gab es jetzt nur bleiche Spuren – Spuren vom fliegenden Adler im Himmel und Spuren vom fahrenden Schiff im Meer. Rayan hörte nicht auf, Tag und Nacht seine Flöte zu spielen. Sogar wenn er kämpfte, drang ihr Klang tief in die Herzen der Krieger ein. Die Krieger von Neon begannen, noch leidenschaftlicher für ihr Volk zu kämpfen, und die Armee von Mardock wurde vom traurigen Klang der Flöte entkräftet. Für die einen war es ein Laut des Sieges, und für die anderen … ein Laut der Niederlage. Diese Musik war wie jene roten, auf dem Felde wachsenden Mohne, deren Duft tödlich für die einen und die Verkörperung des Lebens selbst für die anderen war. Zumal diese Mohne wirklich von denjenigen, die der Musik von Rayan zuhörten, gesehen werden konnten. Ein Feld aus sich leicht berührenden, vom leichten Wind des Klanges ein wenig geschaukelten, feurigroten Mohnen. Tausende von brennenden Fackeln.

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